28.02.2006
Hilfe für Tausende

Am 18. März stellen mehr als 60 Selbsthilfegruppen aus der Region Elmshorn ihre Arbeit vor.

Elmshorn (tg). Selbsthilfegrup-pe stand früher für anonyme Alkoholiker und Drogenabhän-gige, die sich in kahlen Räumen trafen sagt zumindestens der Elmshorner SPD-Bundestags-abgeordnete Ernst Dieter Ross-mann. "Zum Glück ist das heute anders", sagt er. "Und die Selbsthilfe Elmshorn hat kräftig dazu beigetragen." Daher freut es ihn um so mehr, daß die Initiative am Sonnabend, 18. März, den zweiten Elmshor-ner Selbsthilfetag feiert.
Der Tag der offenen Tür von mehr als 60 Gruppen findet in der Marktpassage statt, vor und mit vielen Elmshornern. "Da ge-hören die Selbsthilfegruppen hin", sagt er. "Krankheiten und Probleme gehören zum Leben, dürfen nicht tabuisiert werden."

 
Sieben aktive Mitglieder der Selbsthilfe Elmshorn organisieren die gesamte Gruppenarbeit. Sie hoffen, gemeinsam mit Politikern wie Rossmann zweimal im Jahr einen Gesprächskreis zu führen.
 
Je mehr Menschen sich mit den Themen befassen, desto offener könnte die gesamte Gesellschaft damit umgehen. Zumal die freie Initiative Selbsthilfegruppe Elmshorn nicht nur Gruppen beinhaltet, in denen sich Kranke austauschen. "Es geht auch um Prävention und Nachsorge, um Alltägliches und Besonderes." Trauerarbeit, Mobbing und alleinerziehende Eltern sind nur drei Beispiele für Elmshorner Selbsthilfegruppen. "Ich kann nur allen Elmshornern raten, zum Elmshorner Selbsthilfetag zu kommen", sagt Rossmann. "Was diese Menschen für die Gesellschaft und auch für unser Gesundheitssystem leisten, ist bewundernswert." Selbsthilfe-Initiator Rudolf Rump will, daß die Selbsthilfegruppen von der Gesellschaft anerkannt werden. "Das ist bisher viel zuwenig geschehen", sagt der 64jährige Elmshorner. An dem Selbsthilfetag könnten sich die Elmshorner ihr eigenes Bild von der Arbeit der Elmshorner Gruppen machen, die mittlerweile zu einer festen Größe im schleswig-holsteinischen Selbsthilfebereich gewachsen sind.
Die Selbsthilfe Elmshorn ist im gesamten Bundesland einzigartig, weil sie nicht durch öffentliche Mittel unterstützt wird, sondern eine freie Interessengemeinschaft ist. Außerdem ist die Selbsthilfe Elmshorn Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft der Patientenverbände und Selbsthilfegruppen sowie im Förderverein des Klinikums Elmshorn.
Mehr als 1000 Menschen finden durch die Selbsthilfegruppen neue Wege, mit ihren Schicksalen umzugehen allein in der Elmshorner Region. "Und alles aus eigenem Antrieb", sagt Rump. "Das ist doch toll." Er hofft, daß zu dem diesjährigen Selbsthilfetag Elmshorn genauso viele Elmshorner kommen wie vor eineinhalb Jahren. Damals stieg die Zahl der Selbsthilfegruppen nach der Veranstaltung um 100 Prozent an. Damit die Selbsthilfegruppen eine Lobby erhalten, "die sie bisher nicht hatten", fordert Rump einen Gesprächskreis mit sämtlichen Elmshorner Fraktionen und den Selbsthilfegruppen.

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